Nachdem Michael Glos am zurückliegenden Wochenende sich für eine Absenkung des Kassenbeitrages ausgesprochen hatte, wurde der Vorschlag von der Kanzlerin sogleich abgelehnt. Für Rentner würde der Vorschlag jedoch bedeuten, an einer Rentenkürzung vorbei zu kommen.
Die Einführung des Gesundheitsfonds bedeutet für rund 76 Prozent der Rentner, ab Januar einen höheren Beitrag bezahlen zu müssen. Betroffene erhalten bis zur erwarteten Rentenanhebung um erwartete 2,75 Prozent definitiv weniger Netto-Rente. Nur für knappe 24 Prozent wird es nicht zu einer Anhebung kommen – sie zahlen schon heute einen Betragssatz von 15,5 Prozent oder mehr. Auch vor diesem Hintergrund ist der VdK Sozialverband der Meinung, dass eine Absenkung nötig ist.
Am besten wäre es, so Ulrike Mascher, Präsidentin des Verbandes, wenn der allein von Arbeitnehmern und Rentnern ohne Beteiligung der Arbeitgeber zu bezahlende Sonderbeitrag von 0,9 Prozent abgesenkt werden würde, wie es auch die SPD angeregt habe. Der Sonderbeitrag wurde auch zu Finanzierung des Krankengeldes eingeführt. Somit zahlen Rentner für Leistungen, die sie gar nicht in Anspruch nehmen können. Zusätzlich profitieren Rentner auch nicht von der Absenkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung von 3,3 auf 2,8 Prozent. Mit der Absenkung des Kassenbeitrages würden laut Mascher rund 20 Millionen Ruheständler mehr Geld in der Tasche habe, was sich sicherlich positiv auf die Wirtschaft auswirken könnte.
Ein weiterer richtiger Schritt sei auch die Absenkung der Mehrwertstuer von 19 auf 7 Prozent. Gerade Senioren benötigen mit steigendem Alter viele Medikamente, die Steuerbelastung dadurch ist unverhältnismäßig. Zum Vergleich ist es interessant zu sehen, dass Österreich die Besteuerung von Medikamenten auf zehn Prozent herabgesetzt hat. Vorher waren es 20 Prozent. In Deutschland wird zum Beispiel Tiernahrung mit nur sieben Prozent versteuert. Es stellt sich die Frage nach Prioritäten. -DK
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Quelle: openpr.de
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